Als die WBC “Buster“ Douglas den Sieg gegen Mike Tyson absprechen wollte

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Kuriositäten – Als die WBC James “Buster“ Douglas den Titel absprechen wollte

Am 10. Februar 1990 besiegte James “Buster“ Douglas im Tokyo Dome sensationell den haushohen Favoriten und Titelverteidiger Mike Tyson durch KO in der zehnten Runde und wurde Weltmeister im Schwergewicht. Er gewann die Gürtel der Verbände WBA, IBF und WBC. Die zuletzt genannte Organisation, WBC, dachte ernsthaft darüber nach, Douglas nach dem Sieg den Titel abzusprechen.

Der Grund ist mehr als kurios: Der Ringrichter habe zu langsam gezählt, als Douglas zuvor selbst am Boden lag.

Initiator Don King

Hinter diesem Kuriosum stand Tysons Promoter Don King, der versuchte das Ergebnis für ungültig erklären zu lassen. Der Ringrichter Octavio Meyran habe zu langsam angezählt, als der Herausforderer Douglas in der achten Runde niedergeschlagen wurde. King meinte, die Aufzeichnung des Kampfes würde beweisen, dass Douglas länger als zehn Sekunden auf dem Ringboden war. So war es natürlich nicht, da Ringrichter Meyran den Anzähltakt falsch vom Zeitnehmer übernahm. Douglas musste das wenig kümmern, ob Meyran etwas falsch gemacht hatte oder nicht. Er tat das, was alle Boxer in einer kniffligen Lage tun würden, nämlich spätestens bei neun wieder oben zu sein und das Anzählen damit zu beenden.

Sulaiman wollte auf Kings Vorschlag eingehen

Tatsächlich schien WBC-Präsident José Sulaiman bereit zu sein, auf Kings Vorschlag einzugehen und den Kampf nicht zu werten. Alleine das war zu seiner Zeit schon ein faustdicker Skandal. Glücklicherweise kündigten zuerst IBF und anschließend WBA an, Douglas als neuen Weltmeister anzuerkennen. Erst durch die Anerkennung der anderen beiden Verbände zog die WBC verspätet nach und erkannte Douglas als Weltmeister an.

Schlampiges Genie Douglas

James “Buster“ Douglas, der 1981 professioneller Boxer wurde, verlor in seiner Karriere einige Kämpfe unnötig, da er oft in schlechter Form antrat. Trotzdem ließ er immer wieder sein großes Talent aufblitzen. 1987 trat er zu einem Titelkampf gegen IBF-Weltmeister Tony Tucker an und unterlag vorzeitig. Als man fast schon den Glauben an ihn verloren hatte, schlug er im Jahr 1989 Trevor Berbick und Oliver McCall jeweils nach Punkten. Durch diese beiden Siege empfahl er sich erneut für einen Titelkampf. Gegner war bekanntlich Mike Tyson.

Erster und letzter großer Erfolg

Douglas gewann im Tokyo Dome völlig überraschend gegen Titelverteidiger Mike Tyson durch KO in der zehnten Runde und wurde Weltmeister im Schwergewicht. Für Mike Tyson war es die erste Karriereniederlage. Nach dem Kampf gab Douglas in einem Interview an, dass er den Sieg für seine zwei Wochen vor dem Kampf verstorbene Mutter gewonnen habe, der er auch den Sieg widmete.

Wie gewonnen, so zerronnen

Douglas verlor den Titel gleich in seiner ersten Titelverteidigung an Evander Holyfield. Natürlich war er wieder nicht Form. Er verlor in der dritten Runde durch KO.

Anschließend konnte sich Douglas nie mehr für höhere Aufgaben empfehlen. Was bleibt ist ein Sensationssieg gegen Tyson und ein fast nicht anerkannter Titel durch die WBC in der Karriere eines Mannes, der das Talent hatte mehr zu erreichen. 

Infos
Geburtsname James Douglas
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität Vereinigte Staaten US-Amerikanisch
Geburtstag 7. April 1960
Geburtsort Columbus
Stil Linksauslage
Größe 1,92 m
Reichweite 2,11 m
Kampfrekord
Kämpfe 46
Siege 38
KO-Siege 25
Niederlagen 6
Unentschieden 1
Keine Wertung 1

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