UFC Fight Night Hamburg – „Sergeant“ Nick Hein kehrt Heim

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UFC Fight Night Hamburg – „Sergeant“ Nick Hein kehrt Heim

Eine UFC Fight Night in Deutschland ohne Nick Hein? Fast wäre es Wirklichkeit geworden, da der Kölner erst am 12. Mai in Brasilien gekämpft hatte und man nicht daran glaubte, dass er nach zweieinhalb Monaten noch einmal ran darf. Doch glücklicherweise hat die UFC die Bitte des “Sergeant“, ihn in Hamburg kämpfen zu lassen, erhöhrt. Der 34-jährige ehemalige Judoka wird am 22. Juli 2018 auf den Bosnier Damir Hadzovic treffen, einem Finisher, der sowohl am Boden, als auch im Stand gefährlich ist.

MMA-Aufschwung auch durch Hein

Der Aufstieg von Nick Hein (14-3-1) vom Judoka zum UFC Kämpfer ist eine kleine Erfolgsgeschichte, die MMA in Deutschland 2014 einen kleinen Auftrieb gab und ein bisschen mit der Grund dafür war, warum es heute German Fight News gibt. Denn der erste persönliche Kontakt mit einem Käfigkämpfer fand mit Hein statt, der uns mit seiner sympathischen Art ein anderes Bild von einem Sport vermittelte, der bis heute als unseriös gilt und immer wieder benutzt wird, um böse Klischees zu bedienen. Da stand er nun, ein blonder junger Mann, verheiratet, Bundespolizist, ehemaliger Judoka und wortgewandt.

Boris Becker des MMA

Kurz vor unserem ersten Treffen hatte er nach seinem Sieg gegen Michael Erdinc bei der Debütveranstaltung von Fair FC in Herne, für manche überraschend, einen Vertrag mit der UFC abgeschlossen. Doch ganz so verwunderlich war das nicht, da Hein viel Potenzial besaß, hierzulande eine Art Boris Becker des MMA zu werden, was sicherlich auch den Marketingexperten der UFC aufgefallen war. Fest stand damals auch, dass er erstmals im Mai 2014 in Berlin beim weltweiten MMA Branchenführer sein Können unter Beweis stellen sollte und wer sein Gegner sein würde, nämlich sein heutiger Schwager Drew Dober, der mit Heins Schwester verheiratet ist.

Eine typische Story aus dem Leben des Kölners, der aber in Deutschland irgendwie nie so richtig angekommen ist. Vielleicht liegt es einfach daran, dass er zu sauber ist oder keine angesagten Rapper im Freundeskreis hat und als ehemaliger Beamter, der 2015 seinen Job als Polizist an den Nagel hing, um seine MMA Karriere zu forcieren, auch nicht in diese Szene reinpasst. Stattdessen spielte der medial talentierte Athlet bei einer ZDF-Soap mit, schrieb ein Buch und war die Stimme vieler Polizisten in verschiedenen TV Talkshows.

Judo-Ass mit Sieg-Formel

Zuletzt wurde es etwas still um Hein, der seit Mai 2014 sechsmal in der UFC antrat und viermal gewann, aber nie vorzeitig, was vielleicht ein weiterer Grund sein könnte, dass er in der Gunst der Fans nicht ganz oben steht. Trotzdem überraschten seine Auftritte, denn als Judo-Ass suchte er nicht etwa den Bodenkampf, sondern kämpfte lieber im Stand mit, was er tadellos macht und bewies, dass er ein Taktiker ist, der eine Sieg-Formel gefunden hatte, die es ihm ermöglichte, vorsichtig zu agieren, aber trotzdem mit den entscheidenden Aktionen die Punkte einzuheimsen.

Neue Taktik nach Niederlage?

Doch zuletzt, nach mehr als anderthalb Jahren Pause, in denen er auch verletzt war, gab er in Brasilien sein Comeback und erstmals ging seine Taktik nicht auf. Hein verlor vorzeitig durch Submission gegen Davi Ramos, einem Bodenspezialisten vom Zuckerhut.

Hadzovic: 82 Prozent vorzeitige Siege

Der kommende Gegner von Hein ist kein ausgewiesener Grappler wie Ramos, sondern ein Allrounder, der wie der Deutsche alles gut beherrscht, aber mit dem Unterschied, viel Power in den Fäusten zu besitzen. Damir Hadzovic (11-4) hat beachtliche 55 Prozent seiner Kämpfe durch Knockout und 27 Prozent durch Submission gewonnen, also eine tolle Quote von 82 Prozent vorzeitiger Siege. Der Sergeant hat dagegen lediglich 36 Prozent seiner Kämpfe vorzeitig für sich entschieden und nur einen durch Knockout. 

Es gibt keine Deutsche Fightcard die ich verpasst habe.

Aus Brasilien habe ich die UFC noch angerufen und gebeten, vor meinen Fans zu kämpfen.

Nick Hein via Facebook

Großes Repertoire

Ob er in Hamburg sein Heil wieder im Stand suchen wird oder es allen zeigen will, wenn er vielleicht sein ganzes Repertoire seines Kampfarsenals auspackt, wird man sehen. Als MMA Fan wünscht man nicht nur Nick Hein, dass er in der UFC erfolgreich kämpft, sondern allen ehrbaren Athleten, die die deutschen Fahnen hochhalten. Hier gibt es Tickets