UFC 251 Fight Island: Rückblick auf ein spannendes Event

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UFC 251 Ergebnisse vom Banger auf Fight Island

Das erste der vier Events (UFC 251) auf „Fight Island“ (oder auch UF-Sea) in Yas Island (Abu Dhabi) hat sein Ende gefunden. Und was für eins! Aber der Reihe nach. Zwischen Jorge „Gamebred“ Masvidal und dem „Nigerian Nightmare“ Kamaru Usman kochen die Emotionen schon länger hoch, es brauchte aber erst dramatische Wendungen in der letzten Woche (Gilbert Burns wurde Covid-19 positiv getestet), damit dieser Banger sechs Tage vor dem Event überhaupt realisiert wurde.

Im Co-Main kam es zum mit Spannung erwarteten Rematch zwischen dem mittlerweile Kult-Status habenden Max Holloway und Champ Alexander Vulkanovski. Und – ein neuer Bamtamweight König wurde ebenfalls gekrönt. Petr Yan und (nicht ganz unumstritten) Jose Aldo waren die beiden Kontrahenten um diesen Titel. Drei Championship-Fights in einer Nacht!

Dazu noch das hoch antizipierte Rematch zwischen Jessica Andrade und Rose Namajunas. Für Zweitere war es der erste Auftritt im Octagon nach dem Slam von Andrade, der sie vor 14 Monaten den Gürtel gekostet hat. Im ersten Kampf der Maincard standen sich zudem Amanda Ribas und Paige VanZant gegenüber, um auszutragen, wer sich bald im Titelgeschehen des Flyweights wiederfinden wird.

Ribas macht kurzen Prozess

Amanda Ribas hat ihre bestechende Form bestätigt und Paige VanZant mit einer schnellen Armbar abklopfen lassen. Der Kampf startete mit vorsichtigen Jabs im Stand, bevor Ribas VanZant mit einem schönen Schulterwurf zu Boden brachte. Dieser Wurf gab ihr eine dominante Position am Boden, da sie VanZant nun in einer Art Schwitzkasten hatte. Zum Kampfende führte eine Rettungsaktion von VanZant, die versucht hatte ihren Kopf aus dem Griff zu befreien. Ribas konterte mit einem schönen Armhebel, der VanZant nach 2:21 abklopfen ließ. Eine Riesenperformance von Amanda Ribas!

Namajunas kriegt ihre Revanche

Die erste Runde war ein ausgeglichenes hin und her im Stand. Andrade hatte aus ihren Niederlagen gelernt und ließ sich nicht so oft von Namajunas treffen. Namajunas war etwas aktiver, etablierte ihren Jab, richtete dabei aber keinen größeren Schaden an. Die Zweite Runde war ähnlich, viele Schlagabtäusche im Stand, wieder mit etwas mehr Output von Namajunas.

In Runde 3 wurde Andrade stärker. Nach einer starken Rechten konnte sie ihre Gegnerin mit einem Hüftwurf zu Boden befördern. Namajunas befreite sich, sodass die letzten 2:30 im Stehen ausgetragen worden sind. Ein knapper Kampf, die Kampfrichter sahen es genauso. 29:28, 28:29 & 29:28, also eine Split-Decision, für die Gewinnerin Rose Namajunas!

Yan krönt sich zum König

Der erste Titelkampf des Abends war für Jose Aldo und Petr „No Mercy“ Yan reserviert. Die brasilianische Federgewichts-Legende Aldo ging als Underdog in dieses Duell. Zwischen den Beiden entwickelte sich schnell ein spannender Kampf im Stehen. Aldo hatte Erfolg mit Tritten gegen die Beine von Yan, während dieser sein Erfolg im Boxen suchte. Mit einem späten Takedown und schönen Schlägen am Boden sicherte Yan sich die erste Runde. Die zweite Runde fand nur im Stand statt und sah Aldo mehr Output generieren. Er lieferte weiter viele Tritte an die Beine von Yan, welcher nach wie vor auf sein Boxen konzentriert waren. Vermutlich eine Runde für Aldo, also 1:1.

Runde drei war sehr ausgeglichen. Beide trafen sehr gut, Aldo an den Körper, Yan an Aldos Kopf, ohne dem Brasilianer dabei die Lichter auszuknipsen. Beide trafen etwa gleich oft, ein wirklich schwer zu wertende Runde. In der vierten Runde waren beide Kämpfer deutlich zurückhaltender. Der Output der ersten Runde hatte sie mürbe gemacht, was vor allem bei Jose Aldo ersichtlich wurde. Yan lief ihm konstant nach und suchte den Angriff, landete am Ende noch einen Takedown und sicherte sich damit ganz sicher Runde 4. Aldo musste nun also kommen.

Die letzte Runde dieses großartigen Kampfes war nichts für schwache Nerven. Nach einem frühen Takedown von Yan fing er an Aldo mit brutalem Ground & Pound zu bearbeiten. Nach gefühlten Minuten in denen Aldo mit dem Kopf auf der Matte in seinem Blut lag und von Yan bearbeitet wurde, hatte der Referee ein Einsehen und stoppte den Kampf nach 3:24 in der fünften Runde.
Eine Wahnsinnsleistung von Petr Yan, der nun der neue Bantamweight-Champion ist. Aber auch großen Respekt für Jose Aldo, der er es dem russischen Shootingstar an keiner Stelle leicht gemacht hat und bewies, dass er sicherlich noch nicht zum alten Eisen gehört.

Vulkanovski bleibt Champ!

Für diesen Kampf hatten sich beide viel vorgenommen. Max „Blessed“ Holloway wollte seinen Titel wieder, den er nach einer langen Regentschaft an seinen Gegner Alexander „The Great“ Vulkanovski abgegeben hat. Zweiterer wollte den Rückkampf nutzen, um ein Statement zu setzen, wer von beiden besser ist. Oder um es anders zu auszudrücken: Er wollte den Kampf frühzeitig gewinnen. Die Vorzeichen waren also klar! Die erste Runde war sehr ausgeglichen, beide Kontrahenten machten einen ruhigen Eindruck und nahmen sich ihre Zeit. Sekunden vor dem Schluss der ersten Runde war es Holloway, der seinen Gegner mit einem schönen Tritt an den Kopf kurzzeitig zu Boden brachte. Die Runde ging wohl an Max.

Runde zwei war sehr ähnlich. Etwas mehr Output als in der ersten und ein stärker werdender Holloway, der nach und nach die Kontrolle übernahm. Und wie in der ersten Runde klingelt Max seinen Gegner kurz vor Ende der Runde an und bringt ihn zu Boden. Zwar passiert dann nicht mehr viel, doch die Runde geht trotzdem an Max. 2:0 bisher, der Champ muss nun liefern! Runde drei war knapp. Kein Takedown, kein Knockdown, ein reiner Stand-Austausch. Mehr Output hatte Holloway trotzdem, Vulkanovski setzte aber auch starke Akzente. Trotzdem wurde es langsam eng für den Champ. In der vierten Runde tat dieser nun mehr. Viele Tritte und eine gute Distanz zu Holloway ließen ihn mehr Treffer setzen, womit er sich diese vierte Runde sicher holte. Vor der letzten Runde bedeutete dies also einen äußerst engen Kampf.

Die letzte Runde war ebenfalls sehr eng, wobei Vulkanovski an die starke vierte anknüpfen konnte und vor allem mit dem gesicherten Takedown einige Punkte erzielt haben dürfte. Als nach 25 Minuten kein Sieger gefunden werden konnte, mussten die Ringrichter eine Entscheidung fällen.

Am Ende war es ein knapper und umstrittener Split-Decision Sieg für Vulkanovski, der damit den Titel verteidigt und einer weiteren „Blessed-Era“ erstmal den Riegel vorschiebt. Für Holloway wird diese Niederlage sich noch schmerzhafter anfühlen als die Letzte, weil er diesmal in den Augen von noch mehr Menschen den Kampf gewonnen hat, aber nicht belohnt wurde.

Usman zu stark

Im Hauptkampf des Abends standen sich die beiden Welterweight-Kontrahenten Kamaru Usman und Jorge Masvidal gegenüber. In einem Kampf, den die UFC erst sechs Tage vor dem Event finalisiert hat, war das große Fragezeichen, ob „Gamebred“ Masvidal den Champ würde überraschen können. Usman, bisher noch ohne Niederlage in der UFC, war durch sein überragendes Wrestling sicher der Favorit, musste aber vor dem X-Faktor von Masvidal gewarnt sein.

Usman verschwendete keine Zeit in der ersten Runde und beförderte Masvidal mit relativer Leichtigkeit auf den Boden. Masvidal konnte sich zwar befreien, musste aber auch im Stand weitere Versuche des Champs abwehren. Eine Minute vor Rundenschluss traf Usman mit einem Jab und ließ vor Rundenende weitere Körpertreffen folgen. Masvidal trug auch schon einen ersten Cut davon, welcher allerdings durch eine unabsichtliche Kopfnuss entstanden ist. Insgesamt eine klare Runde für den Champ. Auch die zweite Runde war solide Arbeit von Usman, der Takedown nach Takedown versuchte und Masvidal immer wieder an den Käfigrand drückte. Keine aufregende Taktik aber sicherlich sehr effektiv. Masvidal konnte nur die letzte halbe Minute für seine Offensive nutzen und musste auch diese Runde an den Champ abgeben.

Und auch in Runde drei änderte sich nichts an der Taktik von Usman. Er drückte Masvidal an den Käfigrand und kontrollierte das Geschehen. Masvidal fand immer wieder kurzen Erfolg mit Körpertritten und hatte nach einem versehentlichen Tiefschlag von Usman die Möglichkeit sich etwas zu erholen. Nach kurzem Abtasten versuchte Masvidal sein Jab zu setzen, wurde von Usman aber direkt zu Boden gebracht. Zwar konnte „Gamebred“ sich kurz hoch kämpfen, musste aber dann einen weiteren Takedown einstecken und die restliche Minute der Runde auf seinem Rücken verbringen. Usman war hier auf dem Weg zu einer souveränen Entscheidung zu seinen Gunsten.

Und genau so machte er in den Championship-Runden vier und fünf weiter. Viel Druck auf Masvidal, der sich zumeist am Käfigrand wiederfand und der physischen Überlegenheit des Champions nicht viel entgegenzusetzen hatte. Usman landete einige solide Schläge in dieser vierten Runde, allerdings nichts was Masvidal wirklich angeklingelt hat, sodass dieser die weitere Takedown-Versuche abwehren konnte. In der fünften und letzten Runde konnte Usman bereits nach einer Minute einen weiteren Takedown setzen. Masvidal hatte erhebliche Schwierigkeiten aufzustehen und musste wichtige Zeit verstreichen lassen. Mit noch 45 Sekunden auf der Uhr gelang es Masvidal hoch zu kommen und zum letzten Angriff zu blasen. Kamaru Usman war an diesem Abend für ihn aber nicht zu besiegen und überstand auch diese letzte Attacke von Masvidal.

Am Ende war es ein dominanter Sieg vom Champion Kamaru Usman, der sein Gold verteidigte und seinen Anspruch, bester Welterweight der Welt und vielleicht aller Zeiten zu werden, weiter stärkt.

Text: Marian Fries-Wöhler

Und hier wie gewohnt die restlichen Kämpfe und die Zusammenfassung des Abends:

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Early Prelims

  • Bantamweight: Davey Grant (12-4, 3-3 UFC) besiegt Martin Day (8-4, 0-2 UFC) via KO (Min 2:38 Rd. 3)
  • Bantamweight: Karol Rosa (13-3, 2-0 UFC) besiegt Vanessa Melo (10-8, 0-3 UFC) via Unanimous Decision (2 x 30-26, 30-27)
  • Flyweight: Raulian Paiva (20-3, 2-2 UFC) besiegt Zhalgas Zumagulov (13-4, 0-1 UFC) via Unanimous Decision (3x 29-28)
  • Heavyweight: Marcyn Tybura (19-6, 6-5 UFC) besiegt Maxin Grishin (30-8-2, 0-1 UFC) via Unanimous Decision (2x 30-27, 30-26)

Prelims

  • Lightweigh: Leonardo Santos (18-3-1, 7-0-1 UFC) besiegt Roman Bogatov (10-1, 0-1 UFC) via Unanimous Decision (3x 29-26)
  • Featherweight: Makwan Amirkhani (16-4, 6-2 UFC) besiegt Danny Henry (12-4, 2-2 UFC) via Anaconda Choke (3:15 Rd.1)
  • Welterweight: Muslim Salikhov (17-2, 4-1 UFC) besiegt Elizeu Zaleski Dos Santos (22-7, 8-3 UFC) via Split Decision (30-27, 28-29, 29-28)
  • Light Heavyweight: Jiří Procházka (27-3-1, 1-0 UFC) besiegt Volkan Oezdemir (17-5, 5-4 UFC) via KO (00:49 Rd.2)

Maincard

  • Flyweight: Amanda Ribas (10-1, 4-0 UFC) besiegt Paige VanZant (8-5, 5-4 UFC) via Armbar (2:21 Rd.1)
  • Strawweight: Rose Namajunas (9-4, 7-3 UFC) besiegt Jéssica Andrade (20-8, 11-6 UFC) via Split Decision (2x29-28, 28-29)
  • Bantamweight: Petr Yan (15-1, 7-0 UFC) besiegt José Aldo (28-7, 10-6 UFC) via TKO (3:24 Rd.5)
  • Featherweight: Alexander Vulkanovski (22-1, 9-0 UFC) besiegt Max Holloway (21-6, 17-6 UFC) via Split Decision (47-48, 2x 48-47)
  • Welterweight: Kamaru Usman (17-1, 12-0 UFC) besiegt Jorge Masvidal (35-14, 12-7 UFC) via Unanimous Decision (2x 50-45, 49-46)