Nordin Asrih vor GMC 16 in Ulm: Nick ist eine Gym-Nutte

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Interview mit Nordin Asrih

Grafik: GMC

Ran Fighting hat mit dem Düsseldorfer Nordin Asrih ein Interview geführt. Darin äußert sich der Altmeister zu seinem bevorstehenden Kampf bei GMC 16 in Ulm, über seinen “Zieh-Sohn“ Mohamed Grabinski  und seine Fehde mit Nick Hein. 

Ran Fighting: Nordin, Deine Auftritte sind inzwischen rar gesät, umso mehr freuen wir uns, dass Du am 30.06. bei GMC mit dabei bist – fast ein Jahr nach deiner Titelverteidigung im Leichtgewicht gegen Vaso Bakocevic bei Superior FC. Wie wählst Du Deine Kämpfe aus – und warum GMC 16 in Ulm?

Nordin Asrih: Ich bin sehr involviert in dem Sport, ich baue die Amateurszene in Deutschland stark mit auf, ich hab mein eigenes Gym, ich bin als Referee weltweit unterwegs, bin auch immer wieder bei großen Veranstaltungen – da juckt es einfach.Ich hab in meiner ganzen Karriere noch nie so einen langen Break von 12 Monaten gehabt. Jetzt habe ich einfach wieder Bock gehabt, einen Fight zu machen und GMC ist die perfekte Gelegenheit dafür.

Wie lief die Vorbereitung – Du warst im Trainingslager?

Mein Trainingslager war bei Ryan Bader und Javier Torres in Arizona. Ich hab als Sparringspartner die Jungs unterstützt, vor allem Javier Torres, mit dem ich damals bei TUF war. Ich habe ihm fünf Wochen bei seiner Vorbereitung gegen Neiman Gracie geholfen. In erster Linie für ihn, aber eigentlich sollte ich ja meinen Titel im Mai verteidigen. Der Kampf ist leider ausgefallen und da hat GMC gut gepasst, da ich eh im Training war.

Wie schätzt Du Deinen Gegner, Dragan Pesic ein und was ist Deine Voraussage für den Kampf?

Pesic ist ein gestandener Kämpfer mit 28 Kämpfen. Er ist ein sehr guter Allrounder, Brownbelt im Jiu Jitsu, also sehr stark auf dem Boden, mit einem sehr unorthodoxen Striking. Er ist sehr schwer zu lesen,  weil er aus jeder Bewegung unorthodoxe Schläge wirft. Er ist sehr flexibel und hat eine gefährliche Guard, aber auch K.o. Power. Aber egal, ich bin für alles bewaffnet. Je länger der Kampf dauert, desto besser findet er rein. Daher werde ich den Bodenkampf vermeiden und den Kampf in der ersten, spätestens Mitte der zweiten Runde beenden. Ich gehe davon aus, dass ich ihn K.o. haue.

Du bist jetzt 39 Jahre. Hast Du Dir einen Zeitpunkt gesetzt, zu dem Du aufhörst? Du bist ja schon mal 2015 zurückgetreten, wenn auch nur für ein halbes Jahr, seitdem marschierst Du mit Siegen durch.

Damals sind familiäre Sachen vorgefallen, ich hatte einen schweren Verlust in der Familie, daher musste der Sport erstmal zurückstehen. Ich wollte nicht mehr diesen Druck, dass ich immer trainieren muss, da hatten erstmal andere Sachen Vorrang.

Ich bin gesund und fühle mich gut. Ich habe meinen Ernährungs- und Trainingsplan mittlerweile so optimiert, dass ich genau weiß, wann ich was zu tun habe. Das sieht man an meiner Leistung und an meiner körperlichen Verfassung. Man sollte nie aufhören, wenn alles vorbei ist, sondern wenn es am schönsten ist. Aber momentan denke ich nicht ans Aufhören. Da sind noch ein paar Kämpfe drin – auch wenn man die vielleicht an einer Hand abzählen kann. Aber das werden alles gute Jungs und gute starke Fights sein.

Könnte denn einer der Kämpfe gegen Nick Hein sein? Ihr habt ja noch eine Rechnung offen.

Einen Kampf gegen Nick Hein nehme ich jederzeit an, auch mit nur zwei Wochen Vorlauf. Er ist ja wieder im Leichtgewicht. Ich hoffe, sein Gegner in Hamburg fällt aus, denn ich wäre der erste Ersatz für diesen Kampf. Theoretisch muss er diesen Kampf annehmen, aber da wir ja alle wissen, dass er keine Eier in der Hose hat, wird er diesem Kampf nie zustimmen. Er weiß genau, dass er den Arsch vollkriegt von mir.

Nick hatte ja schon einmal die Chance gehabt, gegen mich zu kämpfen. Es gab ein offizielles Angebot der UFC für diesen Kampf. Aber Nick Hein hatte diese Hosen voll, dieses kleine Mädchen. Darum ist er runter ins Federgewicht gewechselt.

Was steckt denn hinter Deinem Beef mit Nick Hein? Wie ist das Ganze gestartet?

Nick Hein ist eine menschliche Enttäuschung für mich. Er gibt vor etwas zu sein, was er nicht ist. Für mich ist er kein Kämpfer. Ein Kämpfer geht raus und versucht, einen Kampf zu beenden und macht nicht einen Marathonlauf im Cage und ruht sich auf einem Schlag pro Runde aus.

Die Fehde zwischen mir und ihm ist privater Natur, er hat einfach schlecht über mich geredet. Wenn er das gerne ausbügeln möchte, dann soll er gegen mich antreten, ich nehme das jederzeit gerne an.

Du warst auch mal sein Trainer.

Nick ist eine Gym-Nutte. Der läuft von Gym zu Gym und wechselt nach jedem Kampf das Team. Bei mir war er ein halbes Jahr, ich habe ihn gegen James Vick in Texas vorbereitet. Ich habe ihn damals mental extrem aufbauen müssen. Der Dank dafür war ein Arschtritt.

Dein Ziehsohn Mohamed Grabinski kämpft bei der gleichen Veranstaltung wie Du gegen Benjamin Brandner. Wie schätzt Du seinen Kampf ein?

Mo hat in letzter Zeit richtige Brocken gehabt, er hat Fights gehabt. Er hat immer kleine Fehler gemacht, die ihm zu Verhängnis geworden sind, da fehlt halt einfach die Erfahrung, Er hat immer deutlich erfahrenere Jungs gekämpft, da kann man sich keine Fehler erlauben. Benjamin Brandner ist ein Gegner auf Augenhöhe, da gehen wir Back to the Roots. Er ist genauso alt wie Mohammed, der hat genauso viel Kampferfahrung, das ist ein ausgeglichenes Match, in dem jeder seine Stärken hat, aber ich sehe Mohammed von der physischen Voraussetzung und vom Biss her vorne.

Siehst Du ihn auch bald in der UFC?

Er hat definitiv das Zeug, um in der UFC zu kämpfen. Er hatte sehr viele Trainingspartner, die gestandene Kämpfer in der UFC sind. Wenn man sieht, wie er da mithält, weiß man, dass er das Zeug hat. Aber er hat gerade geheiratet, muss im Gym mehr machen, weil ich viel als Referee unterwegs bin, da will ich ihm nicht mit dem Leistungsdruck belasten. Es gab schon Anfragen der UFC, aber da fand ich ihn noch zu jung, um ihn da reinzuschmeißen. Jetzt hat er das Alter und die Erfahrung, wenn er die nächsten 4-5 Kämpfe gut hinter sich bringt, dann kann man darüber reden.

Was hältst Du von dem Promi-Kampf Thorsten Legat vs. Dominic Harrison? Bringt das dem Sport etwas oder ist das Klamauk?

Ich finde so etwas sehr gut. Das sind ja auch ganz normale Männer, die sich wie jedermann gerne messen. Unabhängig vom Background, ob Sänger, Schauspieler oder auch Fußballspieler, das zählt für mich nicht. Das Kämpfen ist in jeder DNA, das hat jeder Mensch. Der Kampf ist eine genetische Programmierung über Jahrtausende, das kann man nicht einfach abstellen. Es tut dem Sport gut, wenn Prominente sich messen.

Ich beobachte das ja in den Sozialen Netzwerken, die geben Gas, die reißen sich den Arsch auf. Der Kampf ist ja eigentlich die Belohnung, die Vorbereitung ist der härteste Teil. Die müssen sie erstmal durchstehen und die Jungs ziehen das durch. Das muss einfach honoriert werden mit Respekt.

Am 30. Juni wird bei GMC 16 Deutschlands MMA Pionier Nordin Asrih gegen Dragan Pesic kämpfen. 

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