Mohamed Abdallah: Große Herausforderungen motivieren mich

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Interview mit Mohamed Abdallah

Foto: Bernhard Risse. Grafik: Freitagsphoto

Mohamed Abdallah wird am 8. Dezember in Rotterdam bei Glory 62 sich mit den sieben besten Kickboxern im Schwergewicht weltweit messen. Unsere Redakteure Alex und Alp haben mit dem Sympathieträger über die bevorstehende Aufgabe in den Niederlanden, Michael Smolik und einige andere Themen gesprochen. 

GFN: Hallo Mohamed, du stehst am 8. Dezember bei Glory 62 in Rotterdam vor der nächsten Herkulesaufgabe. Was ist das für ein Gefühl, bei so einem großen Grand Prix dabei zu sein?

Mohamed Abdallah: Es ist ein wirklich surreales und unbeschreibliches Gefühl mit gerade einmal 20 Kämpfen sich mit der Weltspitze zu messen. Es hieß in den Verhandlungen, ob ich langsam Erfahrungen sammeln oder ob ich direkt in das Turnier springen möchte. Wer mich kennt weiß, dass ich keine Herausforderung scheue und mich große Herausforderungen motivieren. Deswegen kam für mich nur das Turnier in Frage.

Das Teilnehmerfeld ist nicht ohne. Wo siehst du dich zwischen den den anderen Kämpfern?

Ich bin in diesem Turnier, mit der Weltspitze verglichen, Außenseiter. Man darf aber auch nicht vergessen, dass ich im Mai bereits ein 8-Mann Turnier gewonnen habe, in dem ich auch Außenseiter war. Auch wenn mir nicht viele damals eine Chance gegeben haben, habe ich an mich geglaubt und gewonnen. Nur das zählt. Dieses Mal glaube ich auch wie immer an mich selbst.

Auf wen muss man besonders aufpassen?

Man kann nicht einen Kämpfer herausnehmen, das sind sieben der besten Schwergewichtler der Welt, man muss auf alle aufpassen. Wahrscheinlich der stärkste ist Benny Adegbuyi, mein Trainingspartner bei Super Pro Sportcenter. Aber alle sind gefährlich.

Dem Gewinner winken 150.000 Euro Prämie. Aber auch ein Kampf gegen den großen Rico Verhoeven wäre möglich. Was sagst du zu einem potentiellen Duell mit Verhoeven?


Ich hatte das Privileg mit Rico zu trainieren und ihn kennenzulernen. Er ist ein super Athlet und Mensch. Ich kann nur Gutes über ihn sagen. Auch für diesen Kampf trainiere ich zusammen mit Rico, er ist eine große Hilfe. Ich fokussiere mich auf das große Turnier und mache mir kein Kopf über Sachen, die nach dem Turnier kommen oder in den nächsten Jahren kommen könnten. Ein Schritt nach dem anderen.

“Glory ist die Weltspitze und da sind gestellte Kämpfe nicht möglich“

Warum ist ein Michael Smolik nicht bei solchen Events auf dem höchsten Niveau dabei?

Weil er YouTuber ist und sich lieber mit irgendwelchen Vlogs auseinandersetzt. Glory ist die Weltspitze und da sind gestellte Kämpfe nicht möglich.

Du hast Smolik mehrfach herausgefordert, gibt es dazu neue Informationen?

Ich glaube die Handys von seinem Management (Stekos) sind kaputt, die bekommen anscheinend den versprochenen Anruf nicht hin – schieben das immer weiter auf die lange Bank und erfinden immer wieder irgendwelche Ausreden.

Wie sehr ärgert es dich, dass du in der Öffentlichkeit hinter ihm aufgeführt wirst, obwohl du bei den ganz großen Veranstaltungen dabei bist?

Ich glaube das trifft nicht zu, aber das würde mich auch nicht ärgern. Smolik ist der bekanntere im Mainstream, und wenn jemand ihn kennt aber mich nicht, dann denkt man, dass der bekanntere Mann besser ist. Aber bei den Menschen, die sich mit Kampfsport auskennen und uns beide kennen, bin ich sicher nicht hinter ihm aufgeführt.

Was sagst du generell zu diesem ganzen Wirrwarr um die zig Verbände und hunderten von Weltmeistern?

Das hat sich nun mal seit Jahrzehnten angehäuft. Bei diesem Thema bin ich hin und her gerissen. Es ist zum einen eine gute Sache und besondere Motivation für die Kämpfer und die Zuschauer, wenn es einen Weltmeisterschaftskampf gibt. Wenn aber auf einmal ein Weltmeister bei einem kleinen Verband auf eine Stufe mit Rico Verhoeven gestellt wird, weil beide Weltmeister sind, dann hat man ein Problem.

“Man sollte Verbände auf wenige Verbände oder im Idealfall sogar nur einen Verband reduzieren“

Was müsste sich im Kickboxen ändern, damit dem durchschnittlichen Mainstream-Zuschauer nicht unbedeutende Titelträger als die Creme de la Creme verkauft werden?

Jeder Kämpfer, der in den Ring steigt, hat Respekt verdient. Auch Kämpfer, die sich den Traum eines Titels erfüllt haben, verdienen diesen Respekt. Aber wie ich sagte, wir haben ein Problem, wenn nicht die Relevanz des Titels geklärt wird. Man sollte Verbände auf wenige Verbände oder im Idealfall sogar nur einen Verband reduzieren und alle Kämpfer, ähnlich wie im Boxen, ranken. Die Kämpfer, die sich die Rankings hocharbeiten, haben die Chance gegen die besten zu kämpfen. Davon ist das Kickboxen aber noch weit entfernt. Ich denke nicht, dass sich die Verbände in naher Zukunft einig werden können.

Zurück zum Turnier. Wo wirst du dich vorbereiten?

Ein Teil der Vorbereitung bei meinem Trainer Yousef Yaqoub in Köln und einen anderen Teil bei Dennis Krauwell im Super Pro Sportcenter in den Niederlanden.

Mit Meistertrainer Yousef Yaqoub hast du einen außergewöhnlichen Coach an deiner Seite. Was bedeutet dir die Zusammenarbeit?

Foto: Björn Reuter

Unglaublich viel, wir sind wie ein Herz und eine Seele. Ein echtes Dreamteam. Er ist für mich mehr als ein Trainer, er hat mich sehr weit gebracht und ich freue mich mit ihm auf die weitere Zukunft.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei Glory.

Ich bedanke mich vielmals für das Interview und werde am 08.12. mein Bestes geben. Ich möchte mich bei meinem Sponsor nowiBAU/ Norman Wirbel für das Vertrauen bedanken, und die mittlerweile zweijährige Zusammenarbeit. Natürlich bedanke ich mich von ganzem an alle meine Fans da draußen, die an mich glauben und mich supporten! Ich bin echt glücklich so eine tolle Community hinter mir stehen zu haben, die mir den Erfolg von Herzen gönnt. Dank ihrer Hilfe bin ich immer motiviert und echt froh mittlerweile für einige ein Vorbild zu sein.

 Das Interview mit Mohamed Abdallah führten Alex Unruh und Alp Türkmen

Foto: Bernhard Risse