Michael Wallisch: Ich hätte gerne den Kampf gegen David Haye gemacht

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Interview mit Michael Wallisch

Im Hauptkampf der ran FIGHTING Gala „NACHT DER CHAMPIONS“ am 15. Juni im Wildparkstadion wird Michael Wallisch um die GBU-WM im Schwergewicht kämpfen. Weitere Kämpfe des Abends sind u.a. Firat Arslan Ahmad Ali und Leyla McCarter. Insgesamt erwarten den Zuschauer acht Titelkämpfe und 13 Vorkämpfe.

Nach seinem Comeback im März dieses Jahres in Rheinstetten will sich Michael Wallisch jetzt wieder einen Titel holen. Sein Gegner ist die aktuelle Nummer 1 aus Kenia, „The Viper of East Africa“ Benard Adie. Ein gefährlicher Widersacher, der elf seiner 16 Siege durch K.o. erzielt hat. Der gebürtige Münchner Wallisch lebt abwechselnd auf Mallorca und seit neuesten in Braunschweig.

Du bereitest Dich derzeit auf Deinen nächsten Kampf gegen Bernard Adi vor. Wie läuft die Vorbereitung?

Ich bin derzeit auf Mallorca und mache dort auch den größten Teil meiner Vorbereitung. Ich gehe immer mindestens 6 Wochen vor dem Kampf nach Mallorca, da ich viel kämpfe, ist das der überwiegende Teil des Jahres. Ansonsten lebe ich in Deutschland, mein Sohn ist ja hier. Ich will mit ihm so viel Zeit wie möglich  verbringen. Darum bin ich jetzt auch nach Braunschweig gezogen.

Warum hast Du Dich für Mallorca entschieden?

Weil mein Trainer, David Quiñonero Noguera, hier lebt. Er ist erfahrener Mann, der selber schon viele Kämpfe gewonnen hat.  Mit ihm habe ich schon die letzte Vorbereitung gemacht. Zudem habe ich hier viel Kontakte. Ich kann z.B. hier überall mein zubereitetes Essen mit hinnehmen. Die Bedingungen sind einfach top. Ich vermisse nur meinen Jungen, ist klar.

Wie alt ist Dein Sohn jetzt?

Der ist jetzt 20 Monate, der kommt ganz nach dem Papa, nicht zu übersehen.

Soll er auch mal Boxer werden?

Letztendlich muss er selber entscheiden, was er wird. Wenn er Boxer werden will, dann soll er das machen.  Aber die Kopfschmerzen würde ich ihm lieber ersparen. Da soll er lieber Fußball spielen. Da muss er weniger trainieren und verdient mehr Geld.

Du bist Veganer. Warum und was hat sich dadurch für dich verändert?

Ich bin überwiegend vegan. Das entwickelt sich. Von heute auf morgen ist schwer, aber so Stück für Stück wird es  immer mehr. Ich hab das aufgrund der sportlichen Aspekte angefangen, mein Trainer hat mich drauf gebracht. Ernährung bin ich bis dato nie angegangen, jetzt wollte ich mich mal damit auseinandersetzen.

 

Welche Effekte hat die Ernährungsumstellung für Dich?

Was man relativ schnell spürt ist, dass man sich leichtfüßiger fühlt, agiler. Ich fühle mich auch konditionell stärker. Man merkt auch das gewisse Tiefpunkte, wie zum Beispiel zur Mittagszeit, nicht mehr so stark ausfallen. Der Körper muss nicht mehr so viel arbeiten, mit dem, was man ihm zuführt. Zudem ist das, was man ihm anbietet, natürlich auch besser verwertbar.

Du hast nicht ab und zu Appetit auf ein Steak?

Ab und zu natürlich, aber das geht relativ schnell vorbei. Ich hab im Januar angefangen und bisher habe ich nur einmal Fleisch gegessen. Danach hatte ich aber sofort ein schlechtes Gewissen. Es gibt immer mehr Leistungssportler, die davon überzeugt sind, auch ganz große Namen. Viele denken, dass man Leistungseinbußen hat, aber ganz im Gegenteil, man fühlt sich agiler, leistungsfähiger – das hat auf jeden Fall einen Effekt.

Was bedeutet der GBU Titel Dir?

Für mich ist das ein Titelkampf, mit dem ich mich auf weitere Titelkämpfe vorbereite. Es ist ein 12-Runden-Kampf, es geht um einen Gürtel, mein Gegner wird dementsprechend motiviert sein. Das kann für andere Titelkämpfe, z.B. in England, ein Türöffner sein.

Was wäre Dein Wunschgegner?

Ich hätte gerne den Kampf gegen David Haye gemacht, bei dem ich im Gespräch war. Tyson Fury wäre auch interessant. Der wird nochmal kommen. Ich kenne Tyson schon ziemlich lange. Wir haben schon als Amateure im gleichen Turnier gekämpft. Ich hab das Turnier damals in meiner Klasse gewonnen, er in seiner. Ich war damals 18, er 16. Das wäre ein Gegner, der ich mir vorstellen könnte. 

Anthony  ist wirklich schwierig, das machen die untereinander aus. Wilder wäre noch einfacher, weil der gerade noch querbeet alles mitboxt. Da könnte ich mir vorstellen, dass ich da mal durch eine Pflichtverteidigung reinrutsche.

Man weiß nie, wie schnell so etwas kommt. Kann schnell gehen, länger dauern, aber nächstes Jahr sollte es soweit sein

Du kämpfst schon wieder in Karlsruhe:

Das ist jetzt das dritte Mal hintereinander, dass ich in Karlsruhe boxe. Ich bin da sehr gerne, ich habe auch ein paar Fans gewonnen. Ich freue mich, dass ich da den Hauptkampf machen kann und hoffe, dass mich viele Karlsruher Fans unterstützen.

Es ist immer etwas Besonderes, im Fußballstadion zu boxen und dann noch ein Hauptkampf in dieser Größenordnung.

Ist der Ringrost nach dem letzten Kampf weg?

Nach der fast einjährigen Pause habe ich erst einen Kampf gehabt, ich brauche noch zwei bis drei, dann bin ich wieder in meiner alten Form und bald noch besser als die alte Form. Die Verletzungen haben mich immer gebremst in meiner Karriere. Ich musste in den letzten 2-3 Jahren immer wieder aussetzen aufgrund von Behandlungen. Körperlich fühle ich mich besser als je zuvor.

Du kannst Fitnessboxer sein, der nur alle zwei Jahre einen Kampf macht und gegen einen boxen, der 100 Jahre alt ist, aber immer im Ring steht und dann wird der besser aussehen. Ringpraxis kannst Du mit keinem Training vergleichen.

Ich habe noch drei Kämpfe für dieses Jahr auf dem Zettel und dann kann ich Wilder und die anderen angehen.

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Das Interview ist eine Pressemitteilung von ran Fighting.

ran FIGHTING Gala 
Nacht der Champions
16. Juni 2018
Wildparkstadion, Karlsruhe
Beginn: 16.00 Uhr