Made in Germany – Mo Abdallah unterschreibt für zwei Jahre bei Glory

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Hammer-News von Mohamed Abdallah

Foto: Bernhard Risse

Erst am vergangenen Samstag haben wir mit Mohamed Abdallah in einem Interview über seine bevorstehende Aufgabe bei Glory gesprochen. Zwei Tage später kam der sympathische Kämpfer mit einer Hammer-Nachricht um die Ecke. Unabhängig von seinem Einsatz beim Grand Prix, hat der 23-Jährige auch einen Zweijahresvertrag bei Glory Kickboxing unterschrieben. Damit stehen “Mo“ vier Kämpfe pro Jahr zu.

Die große Herausforderung

Mohamed Abdallah, der mit seinem Zweijahresvertrag Planungssicherheit hat, muss zuvor sein Können in einem sehr stark besetzten Grand Prix unter Beweis stellen. Am 8. Dezember wird sich der Schützling von Meistertrainer Yousef “Jupp“ Yaqoub bei Glory 62 in Rotterdam mit den stärksten Schwergewichtlern der besten Kickbox-Organisation der Welt messen. Wer gegen wen kämpft entscheidet sich per Losverfahren am 30. November. Stars wie Benjamin Adegbuyi, Jamal Ben Saddik, Jahfarr Wilnis und Guto Inocente sind gesetzt. Dem Gewinner winken 150.000 Euro und ein möglicher Kampf gegen den Weltmeister Rico Verhoeven. Auch wenn der aus Sinzig stammende Deutsche in diesem Feld als Außenseiter ins Rennen geht, wird es bei diesem Grand Prix um etwas mehr als nur um ein Turnier gehen. Nämlich darum, dass Mohamed Abdallah auf der höchsten Ebene ein ganzes Land repräsentieren wird – nämlich Deutschland!

Kickboxer Made in Germany

Es ist ein Meilenstein für die kleine deutsche Kampfsportszene, dass ein bodenständiger Junge aus der Mitte der Gesellschaft es zum wichtigsten Kickbox-Veranstalter der Welt geschafft hat. Und Mohamed Abdallah, der trotz seiner Jugend schon viele Titel errungen hat, hält mit Stolz die Deutsche Fahne hoch. In den letzten Jahren wurde Schwarz-Rot-Gold bei großen Kampfsport-Ereignissen nicht so oft gesehen.

Und es ist ein positives Zeichen, dass gerade in politisch schwierigen Zeiten, da ein Rechtsruck nicht nur durch Deutschland geht, sondern ganz Europa in seinen Fängen hält, ein in Hessen geborener Sohn libanesischer Eltern, eine starke Nation wie Deutschland voller Würde repräsentiert. Abdallah ist einer, der genau weiß, was er an diesem Land hat und leistet gerne seinen Beitrag. Und welche Nation sieht nicht gerne ihre Farben bei wichtigen Ereignissen hochgehalten? Die Wahrnehmung von Kampfsport könnte endlich auch durch diesen 23-jährigen “Mo“, wie ihn Fans und Freunde rufen, ein anderes, nämlich positives Image erhalten.

Der richtige Mann zur richtigen Zeit

Deutschland steckt immer noch tief in der Entwicklungsphase, was Kampfsportarten wie Kickboxen, Muay Thai oder MMA angeht. Daher ist es wichtig, die breite Masse von eingefleischten Fans und derer, die noch nicht wissen, ob sie sich langfristig Kampfsport antun wollen, mitzureißen. Da ist dieser Abdallah genau der richtige Mann zur richtigen Zeit, einer der alles in seinem Leben aus Überzeugung tut und zu dem junge Menschen gerne aufsehen.

Glory wieder in Deutschland?

Wenn der Sinziger bei Glory überzeugt, das Zeug dafür hat er auf jeden Fall, könnte die größte Kickbox-Organisation der Welt in naher Zukunft auch mal wieder in Deutschland ihre Zelte aufschlagen. Das wäre ein großer Schritt für die gesamte Kampfsportszene und ohne Frage mehr wert, als mancher Weltmeister von unbedeutenden Verbänden, die fast nur gegen Fallobst kämpfen und den Fans als die Elite des Kampfsports verkauft werden.

Da bleibt Kampfsport Deutschland nichts anders übrig, als Glory zu danken und dem jungen Kämpfer aus Sinzig und seinem kölschen Trainer Yousef Yaqoub alles Gute bei ihren Einsätzen zu wünschen.

Alex Unruh

Foto: Björn Reuter