Gastro Fight Night 4 – Eine rauschende Kampfsportnacht in Bielefeld

Gastro Fight Night 4 – Eventbericht

Sie ist Geschichte, die vierte Ausgabe der Gastro Fight Night in Bielefeld. Wie schon 2016, begeisterte die etwas andere Eventreihe auch zwei Jahre später die Zuschauer. Erstmals veranstalteten die Organisatoren Lukas Georg und Max Störck im Ringlokschuppen, der angesagten Location in Bielefeld. Im Mittelpunkt des Geschehens standen natürlich die Athletinnen und Athleten, die sich im MMA, K1 und Boxen duellierten. Was die MMA Duelle angingen, alle Kämpfe endeten vorzeitig. 

Kein Happyend für Richard “Rocky“ Sauer

Im Hauptkampf des Abends standen sich nicht etwa bekannte Stars der Kampfsportszene gegenüber, sondern zwei Männer aus der ostwestfälischen Berufswelt. Diese hießen Richard Sauer (Barbershop Sauer) und Marvin Regenhardt (Axima Gütersloh). Die beiden jungen Männer lieferten sich, wie prognostiziert, eine Schlacht im Boxen. Ein wenig erinnerte das Geschehen an den ersten Teil der Rocky-Filmreihe.

Beide Kämpfer schenkten sich keinen Millimeter, auf der einen Seite ein Richard “Rocky“ Sauer, der technisch etwas besser aussah, auf der anderen Seite Marvin ‚Apollo“ Regenhardt, ein Modellathlet, der erst vor vier Monaten erstmals mit Boxen in Berührung kam. Die erste Runde gehörte Sauer, der seine klare Linie durchzog und sauber boxte. In der zweiten Runde verlief der Kampf etwas ausgeglichener. Weiterhin hielten die Kontrahenten das Tempo hoch. In Runde drei hatte nun Marvin Regenhardt etwas mehr Oberwasser gewonnen und versuchte mit seinen wuchtigen Schlägen Sauer ins Land der Träume zu schicken, doch der Barbier aus Bielefeld hielt dem Druck stand und so mussten am Ende die Punktrichter entscheiden.

Den Sieg nach 2:1 Stimmen bekam dann Marvin Regenhardt zugesprochen, der aufgrund dieses Triumphs aus dem Häuschen war und ankündigte, weiter am Ball bleiben zuwollen. Richard Sauer bewies ein großes Kämpferherz und wird hoffentlich bei weiteren GFN Events zur Verfügung stehen.

Starke Debütanten 

Sead Becirovic

Der Co-Main-Event fand zwischen zwei Debütanten statt, was sich keineswegs als Fehler erwies. Und es ging zwischen dem Bielefelder Zeynel Demirkaya und Sead Becirovic von der Fightschool Hannover in der ersten Runde ordentlich zur Sache. Demirkaya brachte gute Hände, Becirovic knackige Lowkicks. Der Hannoveraner startete auch besser in die zweite Runde. Allmählich schien es so, als würde Demirkaya langsam die Luft ausgehen. Daran änderte auch ein Takedown-Versuch des Bielefelders nichts, denn Becirovics starke Kicks zeigten zum Ende der zweiten Runde Wirkung, dem dann auch der Takedown gelang und mit Ground&Pound abschließen konnte.

Spektakel der Super-Talente

Timo Stendel in der Mitte

Ein wahres K1-Spektakel lieferten sich zwei große Talente. Vom Powerhouse Hannover trat der athletische Timo Stendel, den man als Typ Mike Tyson bezeichnen darf, gegen JIK One Bochum-Youngster Obeida Hadid an, der mit seinem Kampfstil an den jungen Badr Hari erinnerte. Damit waren alle Zutaten für einen der besten Kämpfe des Abends vorhanden und die beiden jungen Athleten enttäuschten nicht. Stendel, der schon in der B-Klasse antritt und bisher 24 von 25 Kämpfen in seiner Karriere für sich entscheiden konnte, startete sehr furios. Immer wieder versuchte er mit brandgefährlichen Axe Kicks Schaden bei seinem Gegner anzurichten. Hadid, ein Kämpfer aus der oberen C-Klasse, brauchte etwas Zeit, um den Druck zu erwidern und in den Kampf zu finden. Als der junge Bochumer nun voll da war, erlebte das begeisterte Publikum ein Duell der Systeme. Es ging hin und her: Auf der einen Seite Stendel, der wie ein D-Zug vorwärts ging, auf der anderen Seite der filigrane Techniker Hadid, der das Kontern fast wie ein A-Klasse Kämpfer beherrscht.

Nach drei Runden mussten auch bei diesem Duell die Punktrichter entscheiden und wieder wurde es sehr knapp. Mit 2:1 Stimmen bekam Stendel den Sieg zugesprochen. Trotzdem war man froh, nicht in der Haut der Entscheider gesteckt zu haben, denn es kam bei diesem hochklassigen Duell auf Nuancen an.

Sabirov siegt durch KO

Im MMA-Duell zwischen dem Hamburger Amin Cherkaoui und Abubakr Sabirov aus Dresden mussten, wie in allen anderen MMA Kämpfen, an diesem Abend die Punktrichter nicht eingreifen, denn es gab einen weiteren vorzeitigen Sieger. Die beiden Kontrahenten begannen sehr abwartend und lauerten jeweils auf den Fehler des anderen. Sabirov war in der ersten Hälfte der ersten Runde aktiver und dominierte in der zweiten Hälfte das Geschehen. Schnell wurde sein Ringer Background sichtbar, als er gekonnt den Hamburger zu Boden brachte. Cherkaoui schien zudem langsam die Kondition auszugehen.

In der zweiten Runde drehte sich vorerst das Blatt. Cherkaoui gelang überraschend schnell ein Takedown. Der Hamburger kam allerdings nicht in die ideale Position, um eine Submission anzusetzen bzw. Sabirov mit Schlägen unter Druck zu setzen. Trotzdem dauerte die Phase eine Weile an, in der Sabirovs Defensive in der schlechten Position auf dem Rücken funktionierte. Gefährlich wurde es, als Cherkaoui sich den Rücken vom Dresdener eroberte, doch auch den Versuch eines Rear Naked Chokes wehrte Sabirov ab. Kurz nach dem Aufstehen traf Sabirov  Cherkaoui mit einem Punch derart hart, dass dieser nicht mehr kampffähig war und der Referee den Kampf sofort abbrach. KO-Sieg Sabirov.

Palokaj siegt durch Guillotine Choke

David Palokaj in der Mitte

Gespannt war man auf das MMA-Duell zwischen David Palokaj von der Fightschool Hannover und dem Siegener Amir Khalili vom dortigen Fight Center. Khalili begann gut im Stand, Palokaj versuchte schnellstmöglich das Geschehen auf den Boden zu verlagern, was dann aber etwas überraschend Khalili gelang, der fast einen Kimura anbringen konnte. Im Stand auf den Geschmack gekommen, versuchte Khalili erneut einen Takedown, doch er machte einen Fehler: Nach nicht einmal anderthalb Minuten rannte er in die Guillotine von Palokaj, der das Geschenk dankend annahm und den Griff gekonnt zuzog und das Gefecht beendete.

Auch die Damen überzeugen

Rafaela Ebert rechts

Der einzige Damenkampf bei der Gastro Fight Night fand im K1 zwischen Larissa Niggemann und Rafaela Ebert statt. Und das Duell entpuppte sich schnell als aufregender Thriller zwischen starken Amazonen, die jeweils mit unterschiedlichen Kampfstilen auftrumpften. Niggemann zeigte technisch ansehnliches Kickboxen mit starken Taekwondo Elementen. Ebert war dagegen boxerisch eine Augenweide, die mit viel Durchschlagskraft über die gesamte Kampfdauer mit mehr Treffern das Geschehen dominieren konnte. Am Ende besaß sie gegenüber einer nie aufsteckenden Niggemann auch mehr Kraftreserven. Nach einem tollen Kampf von beiden Damen entschieden sich die Punktrichter für Rafaela Ebert als verdiente Siegerin.

Molaei kontert Zielonka

Lukasz Zielonka von Fighter Emstek sprang im MMA Kampf gegen Fight Center Siegen-Athlet Ehsan Molaei kurzfristig für Greg Shestakov ein. Zielonkas ersten Takedown-Versuch wehrte Molaei gekonnt ab und hätte fast einen Guillotine Choke anbringen können. Im Stand dominierte Molaei, der gut traf. Nach einem Takedown von Zielonka konnte der Siegener erneut gut kontern und den Kampf in der ersten Runde mit einem Triangle Choke beenden.

Der Skorpion sticht wieder zu

V. Ginter und sein SaiyaGym

Mit viel Spannung wurde auch das Duell von Vitali Ginter vom SaiyaGym und Tassilo Lahrs Schützling Phil Arnold erwartet. Ginter, der von Eddi Pobivanez trainiert wird, zeigte sofort zu Beginn im Stand eine starke Kombination. Phil Arnold erwiderte die Aktion mit eigenen Angriffen, doch schnell gelang dem Bad Salzuflener Ginter der Takedown. Am Boden musste Arnold, der überhaupt nicht in den Kampf fand, heftige Einschläge mit Fäusten und Ellbogen über sich ergehen lassen. Letztlich machte Vitali Ginter via Armbar den Sack zu und feierte seinen zweiten Sieg im zweiten Kampf als Pro MMA-Kämpfer. Seinen Spitznamen “Skorpion“, wird er durch diese starke Performance nicht mehr los. 

Hin und her zwischen Djabrailov und Soltani

Im zweiten Kampf der Gastro Fight Night bekam es Islam Djabrailov aus Braunschweig mit Ajmal Soltani von den Gladiators Duisburg zu tun. Djabrailov gelang ein schneller Takedown, doch Soltani kam zuerst in eine aussichtsreiche Position für einen Armbar und anschließend eine Guillotine, doch der Braunschweiger löste sich stark und sicherte den Rücken des Duisburgers. Nach einigen Fäusten misslang ein Rear Naked Choke. In der zweiten Runde schaffte Djabrailov erneut einen schnellen Takedown, doch auch dieser brachte ihm keinen Vorteil, stattdessen geriet er im Stand in die Guillotine von Soltani. Nachdem er auf die Zurufe des Referees nicht reagierte, brach der Unparteiische den Kampf zugunsten von Soltani ab.

Wiens furios

Alexander Wiens ist glücklich

Gleich im ersten Kampf wurden die Zuschauer mit einem furiosen Auftritt von SaiyaGym Kämpfer Alexander Wiens belohnt. Der Bad Salzuflener überrollte regelrecht seinen Gegner Zaher Bagi, der zwar versuchte dagegenzuhalten, aber letztlich den harten Kicks von Wiens nichts entgegenzusetzen hatte und noch in der ersten Runde KO ging.

Berauschende Kampfnacht

Victoria Frenser

Die Gastro Fight Night beeindruckte mit einem reibungslosen Ablauf und einer gelungen Fightcard. Zur Organisation und zum Ablauf muss man den Machern Lukas Georg und Max Störck gratulieren. Die Verantwortung für die gute Fightcard hatte Murat Aygün, den man auch als Trainer bei der Fightschool Hannover oder als Manager zahlreicher Kämpfer kennt. Trotz aller Schwierigkeiten hat der Matchmaker-Debütant seine Sache richtig gemacht und zeigt viel Demut vor der Leistung bekannter Matchmaker in Deutschland.

Erwähnenswert sind auch die beiden Referees Lukasz Bosacki und AJ Jerzewski, die fehlerlos das Geschehen im Cage im Auge behielten. Einen tollen Job machte auch die hübsche Moderatorin Victoria Frenser, die zwar erstmals, aber souverän durch eine Kampfsportnacht führte.     

Sehr hübsche Nummerngirls 

Die Nummerngirls

Die Nummerngirls bei der Gastro Fight Night könnten es locker mit den legendären Mädels der UFC aufnehmen. 

Sehr gutes Personal im Hintergrund

Neben den genanten Protagonisten muss man auch das Personal im Hintergrund loben. Besonders ein Florian Venghaus kümmerte sich um alle Belange der Presse und konnte anscheinend mehrfach Gedanken lesen. 

Mit anderen Worten haben wir am Samstag eine bis ins letzte Detail perfekt organisierte Veranstaltung erlebt, die selbst von Tassilo Lahr in den höchsten Tönen gelobt wurde. 

 

…und ein bisschen vom Drumherum.Die Interviews zu den Fotos folgen natürlich so schnell wie möglich. Gastro Fight Night Lukas Georg Max Störck Attila Revada Momo Sa Freitagsphoto…

Gepostet von German Fight News am Sonntag, 29. April 2018