Freddy Kretschmer gewinnt Big Game Titel – Carneiro verliert unglücklich

Kretschmer gewinnt Big Game Titel – Carneiro verliert unglücklich

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Eine spektakuläre Kampfsportveranstaltung ging von Samstag auf Sonntag in Bochum zu Ende. Um kurz vor zwei Uhr in der Nacht endete die am frühen Samstagabend begonnene Mammut-Show. Satte 30 Kämpfe fanden bei der zweiten Auflage von Big Game im RuhrCongress ihren Höhepunkt mit dem Haupt- und Titelkampf im K1 zwischen Róchel Gumuljo und Freddy Kretschmer. Im Co-Main-Event zwischen Patric de Sousa Carneiro und Jarno Errens ging es im MMA ebenfalls heiß her. Um diese beiden Duelle geht es auch in unserem ersten Teil.

Freddy Kretschmer gewinnt Big Game World Title

Im Hauptkampf standen sich anderthalb Stunden nach Mitternacht im Big Game K1-Titelkampf der Aachener Róchel Gumuljo und der Recklinghausener Freddy Kretschmer gegenüber.

Die beiden Kampfkünstler legten wie die Feuerwehr los. Gumuljo zeigte wieder einige artistische Einlagen, die einfach zu seiner Art kämpfen dazu gehören. Kretschmer, der früher ebenfalls für einen akrobatischen Kampfstil bekannt war, agiert seit einiger Zeit gradliniger und zielstrebiger, was ihm zuletzt einige bedeutende Siege einbrachte. Zu Beginn des Duells war es ein Hin und Her zwischen den beiden Akteuren. Kretschmer brachte schnelle Hände und harte Kicks ins Ziel, Gumuljo traf im Gegenzug ebenfalls und ließ mit seinen Flugeinlagen offene Münder bei den Zuschauern zurück. Nach einem harten Knie von Kretschmer musste Gumuljo erstmals zu Boden. Einmal Blut geleckt, setzte der Recklinghausener hart nach, doch Gumuljo hatte sich gefangen und hielt mit guten Aktionen dagegen.

Kretsche dreht auf

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In der zweiten Runde drehte Kretschmer auf und schickte nach einer technisch ansehnlichen Kombination den Aachener erneut zu Boden. Er schien nun zu ahnen, dass er den Kampf praktisch in der Tasche hatte. “Kretsche“ setzte dominant nach und deckte seinen Gegner mit harten Fäusten ein, denen Gumuljo immer weniger etwas entgegenzusetzen hatte. Daraufhin hatte seine Ecke genug gesehen und warf zum Schutz ihres Athleten das Handtuch.

Freddy Kretschmer setzte mit dem Gewinn des Big Game World Title den nächsten Glanzpunkt in seiner Karriere. Es dürfte jetzt nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich K1 Serien wie beispielsweise Glory beim sympathischen Kämpfer vom Anima MMA Recklinghausen melden werden.

Patric de Sousa Carneiro mit unglücklicher Niederlage

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Im Co-Main-Event kam es im MMA zu einem Aufeinandertreffen zwischen dem Bochumer Patric de Sousa Carneiro und dem Niederländer Jarno Errens. Erstmals war Carneiro der kleinere Mann in einem Gefecht, da der hochaufgeschossene Errens ihn sichtbar überragte. Nach dem bisherigen Werdegang beider Kämpfer hatte man Errens leicht favorisiert auf dem Zettel, der mit einem 6-1 Kampfrekord antrat. Carneiro (3-2) musste dagegen knapp ein Jahr wegen einer schweren Verletzung aussetzen und die Frage war, wie schwer der Ringrost am Bochumer lastete. 

Zu Beginn war Errens etwas dominanter und konnte mehr Akzente setzen. Mit einem Knie zum Kopf verletzte er den Bochumer über dem rechten Auge, der einen blutenden Riss davontrug. Nach kurzer Begutachtung durch die Ringrichterin ging das Gefecht weiter. Carneiro wehrte sich, aber im Mittelpunkt des Geschehens stand weiterhin Errens, der eifrig aber auch unsauber agierte. Zuerst traf er am Boden mit dem Knie den Kopf von Carneiro, was ungeahndet blieb. Später traf er mit einem Upkick den Bochumer, doch dieser wurde diesmal mit einem Punktabzug geahndet, was dem Niederländer die Runde gekostet haben dürfte, der ansonsten bis zu diesem Zeitpunkt die besseren Aktionen auf seiner Seite hatte.

Carneiro dreht das Blatt

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In Runde zwei drehte sich das Blatt immer mehr zu Gunsten von Patric de Sousa Carneiro, der mit seinem starken Standkampf Errens in Bedrängnis brachte und mit einem Kick sogar zu Boden schickte. Aber auch am Boden war der Bochumer zielstrebiger und arbeitete mit Ellbogen. Die Runde ging deutlich zu Gunsten von Carneiro, der nun mit einem Punkt Vorsprung führen sollte, sofern die Punktrichter das auch so gesehen haben sollten.

Kostete Fehler den Sieg? 

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In der dritten Runde blieb Carneiro am Drücker und hätte das Duell fast mit einer Guillotine beenden können, doch Errens zog seinen Kopf noch einmal aus der Schlinge und drehte sich in die Oberlage, aber ohne daraus Profit schlagen zu können, zumal Carneiro dafür bekannt ist, aus der Guard gut zu agieren, was er auch diesmal tat und Errens Aktionsradius stark einschränkte. Eine Situation, die dem Bochumer eigentlich liegt und man war sich sicher, dass er den Kampf auf dem Rücken und in Führung liegend nach Hause schaukeln würde, doch dann machte Carneiro einen ungewohnten Fehler. Er versuchte sich aus der Situation zu befreien und aufzustehen. Eine Situation, auf die Errens scheinbar nur gewartet hatte und so geriet Carneiro selbst in die Guillotine von Errens und musste abklopfen.

Eine ärgerliche Niederlage für Patric de Sousa Carneiro, der aber trotzdem bewiesen hat, dass mit ihm in der Zukunft zu rechnen sein wird. Jarno Errens gewann damit den sechsten Kampf in Folge und empfiehlt sich nun auch für einen Titelkampf.

Warum mehrere Teile?

Warum wieder mehrere Teile? Einfach weil bei den 30 Kämpfen so viel passiert ist, dass man versucht auf so viele Ereignisse wie möglich einzugehen, natürlich ohne die Leser mit einem riesigen Block zu überfordern. Im zweiten Teil wird es emotional.

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