Mayweather besiegt tapferen McGregor vorzeitig

Money Fight geht an Mayweather

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Mayweather vs McGregor – der Kampf

Von Remo Kelm

Was ist nicht alles geschrieben und gesagt worden im Vorfeld dieses Kampfes? Keine Beleidigung und Diffamierung wurde von den beiden beteiligten Kämpfern ausgelassen. Teils, um den Gegner bereits vor dem Kampf aus der Ruhe zu bringen, teils, um den Kampf selbst zu hypen. Die Messer waren gewetzt, der Worte genug gewechselt. Jetzt sollte es also ans Eingemachte gehen. Eine der spektakulärsten Veranstaltungen der Kampfsportgeschichte konnte nun beginnen. Ein Nicht-Boxer, der einen Boxring besteigt. Diese Konstellation stand noch nie unter einem guten Stern. Ray Sefo und Mighty Mo beispielsweise mussten dies einst schmerzlich am eigenen Leib erfahren. Doch Conor McGregor ist anders. Anders als alles bisher Dagewesene. McGregor stellte die Kampfsportwelt schon mehrmals auf den Kopf und wollte einmal mehr beweisen, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Ein Sieg gegen die lebende Box-Legende Floyd Mayweather würde ihn endgültig in einen Legenden-Status katapultieren. Schauen wir uns einmal an, was aus diesem kühnen Vorhaben wurde.

Der Kampf

Das so lang herbeigesehnte Gefecht begann dann auch sogleich mit einem überaus aktiven Conor McGregor, der sein Heil in der Offensive suchte und Floyd mit hohem Output eindeckte. Mayweather blieb sichtlich gelassen und wirkte über den heranstürmenden McGregor nicht sonderlich besorgt. Auch dass der UFC-Champion nach den ersten 3 Runden auf den Punktzetteln wohl vorne lag, schien „Pretty Boy“ Floyd nicht sonderlich zu irritieren. Mayweather agierte überaus abwartend und so verlief der Kampf in der ersten Hälfte relativ ausgeglichen.

Doch bereits in der 4. und 5. Runde zeichnete sich ab, wo die Reise hingeht. Conor McGregor wurde vom ungeschlagenen Mayweather immer häufiger in den Rückwärtsgang gedrängt, der ihm hier den ersten Vorgeschmack darauf gab, womit im weiteren Kampfverlauf zu rechnen sein wird, wenn er sich mal aus seiner Defensive herauswagt. Außerdem sah man den irischen MMA-Fighter mehr und mehr mit offenem Mund. Dieses Mal jedoch waren der Grund dafür nicht fortwährende Schimpftiraden und Trashtalk während des Kampfes, sondern eher die Tatsache, dass McGregor zu diesem Zeitpunkt seinem hohen Anfangstempo langsam Tribut zollen musste und Anzeichen der Erschöpfung zutage traten.

Je länger der Kampf andauerte, umso dominanter wurde Mayweather, der einem McGregor, der deutlich nach Luft schnappte, nun klar die Grenzen aufzeigte. Dies mündete in einer wahren Lehrstunde in der 9. Runde, die Conor bereits an den Rand eines Knockouts oder doch zumindest eines Knockdowns brachte. Mayweather trieb ihn kontinuierlich vor sich her und deckte ihn mit deutlichen Treffern ein. Zwar konnte sich „The Notorious“ noch einmal in die Rundenpause retten, allerdings waren die Weichen hier bereits gestellt und so verwunderte es nicht, dass die 10. Runde so begann, wie die 9. endete. Floyd zog das Tempo an, traf ihn jetzt quasi nach Belieben und landete einige harte Treffer, die McGregor, der nun hoffnungslos überforderte war, schwer ins Wanken brachten. Den 50:0 Rekord vor Augen, hatte Mayweather nun Blut gerochen und ließ einen wahren Schlaghagel auf den UFC-Champion niederregnen. Der erfahrene Referee Robert Byrd hatte genug gesehen, brach den Kampf nach 1:05 Minuten in der 10. Runde völlig zu Recht ab und bewahrte McGregor, der sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, vor weiterem Schaden.

Fazit

50:0!!! Floyd „Money“ Mayweather konnte mit seinem 50. Sieg den Uralt-Rekord des legendären Rocky Marciano brechen und sich damit endgültig in den Box-Olymp katapultieren. Letztlich konnte Mayweather seine ganze Abgebrühtheit und Erfahrung ausspielen. Er ließ McGregor in den Anfangsrunden aus allen Rohren feuern, wohlwissend, dass ihm das in den späteren Runden konditionell auf die Füße fallen würde. Als sich bei McGregor in der zweiten Kampfhälfte dann tatsächlich deutliche Ermüdungserscheinungen bemerkbar machten, schaltete Floyd sogleich einen Gang hoch und machte den boxerischen Qualitäts-Unterschied mehr als deutlich. Unterm Strich bleibt stehen, dass Mayweather zu jeder Zeit alles im Griff hatte, niemals in Gefahr geriet und seinen Gameplan routiniert und diszipliniert durchzog. Den Zuschauern in der Arena und am Bildschirm drängte sich förmlich der Eindruck auf, „Pretty Boy“ Floyd hätte regelrecht mit McGregor gespielt und erteilte, sobald er ernst machte, dem UFC-Champion eine wahre Lehrstunde. Dieser war dann mit den Fähigkeiten Mayweathers klar überfordert und ein regelrechter Klassenunterschied offenbarte sich in aller Deutlichkeit.

Dennoch muss man McGregor zu Gute halten, dass er es wenigstens versucht hat und anfangs auch gar nicht so schlecht dabei aussah…solange Floyd ihn ließ. McGregors Mut, sich in die Höhle des Löwen zu wagen und immer wieder neue Herausforderungen zu suchen, bleibt beeindruckend. Auch wenn er hier von einem der besten Boxer aller Zeiten klar entzaubert wurde.

DAZN – der zweite Sieger des Abends

Mehr als nur eine kleine Randnotiz verdient hier das Sportstreaming-Portal DAZN, welches sich mit einem solch bedeutsamen Kampf auch eine große Last aufbürdete. Viele hatten die Übertragung mit Argusaugen verfolgt. Für Fehler war schlichtweg kein Platz. Und man muss konstatieren, DAZN hielt dem Druck mit Bravour stand und bot eine erstklassige Performance.

GFN sagt, Congratulations an die beiden Gewinner des Abends. Floyd Mayweather und DAZN.

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