Boxen – Mehr als nur Muhammad Ali und Mike Tyson

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Wenn man vorgibt den Boxsport zu lieben, dann sollte man sich auch mit dessen Historie etwas beschäftigen. Boxen hatte immer schon mehr als nur Muhammad Ali und Mike Tyson zu bieten gehabt. Ali selbst wurde von anderen Athleten und der großen Geschichte des Faustkampfs geprägt. Leider wissen das heute viele Fans nicht mehr und es fehlt einer jungen Generation der Respekt vor der Geschichte des Boxsports.

Muhammad Ali war Jack Johnson Fan

Muhammad Ali verehrte beispielsweise einen Jack Johnson. Wahrscheinlich kennt den kaum noch jemand. Johnson war der erste schwarze Boxweltmeister im Schwergewicht und eine wahre Kampfmaschine, der in unserer Zeit wahrscheinlich eine unsterbliche Legende geworden wäre.

Johnson wurde zeitlebens wegen seiner Hautfarbe benachteiligt und gehasst. Er bestritt mindestens 127 Kämpfe, von denen er 92 gewann und 14 verlor, aber man darf ganz sicher davon ausgehen, dass einige Niederlagen aufgrund von Fehlurteilen zustande kamen. Eine Niederlage erlitt Johnson im Alter von sage und schreibe 60 Jahren.

Jack Johnson ist einer der größten Boxer aller Zeiten und gehört zurecht in einem Atemzug mit Muhammad Ali, Mike Tyson oder Joe Frazier genannt.

Alis Respekt vor Teófilo Stevenson

Wer kennt die kubanische Boxlegende Teófilo Stevenson? Ältere Boxsportfans sicherlich. Nur wenige unter 40 und kaum noch einer unter 30 und erst recht keiner unter 20 Jahren. Oder doch? Chapeau!

Ali sagte über Teófilo Stevenson:

„Obwohl er nie professionell gekämpft hat, garantiert der Umstand, drei Goldmedaillen bei drei verschiedenen Olympischen Spielen gewonnen zu haben, dass er ein hervorragender Gegner für jeden amtierenden Champion des Schwergewichts oder jeden Herausforderer in dessen Bestform gewesen wäre. Ich werde mich immer an das Treffen mit dem großen Teófilo in seiner Heimat Kuba erinnern. Er war einer der Großen dieser Welt, und war gleichzeitig ein warmherziger Mann, den man umarmen konnte.“

Diese Worte hat Ali nicht aus Spaß gesagt, sondern aus tiefem Respekt vor der Klasse des Kubaners, der 2012 in seiner Heimat starb.

George Foreman war sogar der Meinung, dass Stevenson jeden Schwergewichtler aus dem Profilager seiner Zeit geschlagen hätte. Mit dieser Meinung stand Big George nicht alleine da.

Es gibt so viele Boxer vor und nach der Ära Ali, die im Schwergewicht und den Gewichtsklassen darunter den Boxsport mitgeprägt haben und es noch heute noch tun. Zu nennen wäre da zum Beispiel heute Gennadi Golowkin (auch Gennady Golovkin) oder vor der Zeit von Ali ein Rocky Marciano.

Marciano hat die höchste KO.-Quote aller Schwergewichtsweltmeister

Wer keine anderen Kämpfer außer Ali oder Tyson respektiert, der hat wahrscheinlich nie das Boxen selbst geliebt. Viele jüngere Fans, die Glaubenssätze, vor allem über Mundpropaganda und Legendenbildung, weitergereicht bekommen haben, wissen es nicht besser. Da wird eine große Legende wie Rocky Marciano abgetan, als hätte es ihn nie gegeben. Man muss den Boxsport auch nicht studieren, um zu wissen, dass Marciano 87,76 Prozent seiner Gegner vorzeitig besiegen konnte und somit die höchste K.-o.-Quote aller Schwergewichtsweltmeister in der Geschichte des Profiboxens erreichte. Statt sich 1000 Videos von Ali und Tyson zu Gemüte zu ziehen, kann man mit einfachen Handgriffen über eine Suchmaschine viel über die Geschichte des Boxsports erfahren und auch etwas darüber, warum der Faustkampf in Deutschland so populär wurde.

Schmeling, Maske & Schulz 

Es war Henry Maske, der den Boxsport in Deutschland zuletzt populär gemacht hatte und von dessen Strahlkraft bis heute noch eine ganze Szene zerrt. Man muss auch kein Fan von Maske sein, um dessen Verdienste anzuerkennen. Auch Axel Schulz hat für die Popularität des Boxsports in Deutschland beigetragen. Beim Duell Schulz gegen François Botha erzielte RTL eine Einschaltquote von 18 Millionen Fernsehzuschauer.  Maske, Schulz und einige andere nach ihnen, haben ein Stück deutsche Boxgeschichte mitgeschrieben. Das gilt natürlich auch für Max Schmeling vor 90 Jahren, der als letzter Deutscher Schwergewichtsboxer den echten Weltmeistertitel gewann.  

Jüngere Fans fixiert auf Ali und Tyson

Es ist manchmal enttäuschend, wenn man eine junge Generation Boxfans liest und hört. Auch wir lieben Muhammad Ali, aber sind auch dankbar über hunderte anderer Boxer wie beispielsweise Sugar Ray Robinson, Teófilo Stevenson, Joe Frazier, Rocky Marciano, Joe Louis, Lennox Lewis, Manny Pacquiao, Sugar Ray Leonard, George Foreman, Floyd Mayweather Jr., Floyd Patterson, Ken Norton, Riddick Bowe, Vitali Klitschko, Thomas Hearns, Roberto Duran, Archie Moore, Andre Ward, Joe Calzaghe, Gennadi Golowkin, Miguel Cotto, Oscar De La Hoya, Ricky Hatton, Marvelous Marvin Hagler, Jack Johnson, Roy Jones jr. und und und…

Aber Respekt hat eigentlich jeder verdient, der sich in den Ring stellt und sein Bestes gibt. Dafür muss man kein Weltmeister oder eine Legende sein. Aber wegen den ganz Großen haben die meisten Boxer überhaupt angefangen, manche sogar nur wegen der fiktiven Filmfigur Rocky Balboa.

Boxen ist mehr als nur Muhammad Ali und Mike Tyson. 

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