Arthur Abraham und die Scheinheiligen

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Kommentar zu Arthur Abraham

Symbolbild

In der Presse geht aktuell das Gerücht um, Arthur Abraham habe Verbindungen zu zwielichtigen Gestalten. Die Polizei schließe demnach nicht aus, dass der frühere IBF-Weltmeister Kontakte zur armenischen Mafia pflege. Es sollen Fotos existieren, die diese Anschuldigungen belegen. 

Kein neues Phänomen

Wir wollen gar nicht auf dieses Gerücht selbst eingehen, sondern uns fragen, wie naiv oder scheinheilig man eigentlich sein kann. Wir meinen damit nicht Abraham oder die Ermittler selbst, sondern unsere Öffentlichkeit. Boxen und die Unterwelt, das ist eine Verbindung, die es so schon vor 100 Jahren gab und bis heute Bestand hat. Schaut man auf die weltweiten VIP-Stühle von Las Vegas bis nach Moskau, wird man neben den üblichen Promis auch viele “Schwere Jungs“ entdecken. Auch bekannte Gesichter aus dem Showbiz sieht man immer wieder gemeinsam mit zwielichtigen Personen auf Fotos. Jetzt fragt man sich ernsthaft, ob man aufgrund solcher Meldungen schockiert tun soll. Natürlich nicht, denn es ist einfach nur scheinheilig, aus einem bekannten Phänomen eine News machen zu wollen. Auch Profisportler aus dem Fußball, Basketball oder American Football haben ähnliche Kontakte, teils auch weil sie mit heutigen Kriminellen aufgewachsen sind.

McGregor und die irische Mafia

Nicht jeder Mensch wird mit dem berühmt-berüchtigten Goldenen Löffel im Mund geboren. Wenn man aus schwierigen Verhältnissen stammt, was bei Migranten sicherlich hier und da vorkommt, kann man sich seine Freunde oft nicht aussuchen. Ein anderes Beispiel ist der UFC-Star Conor McGregor, der bis heute zu seinen Jugendfreunden Kontakte pflegt. Nicht immer sind diese Freunde aus der Vergangenheit freundliche Gesellen, sondern einige werden das eine oder andere Jährchen im Gefängnis verbracht haben. Vor einiger Zeit hatten wir darüber berichtet, dass die irische Mafia ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf McGregors Kopf ausgesetzt hatte,  nachdem er mit einigen Mitgliedern des Syndikats in einer Bar eine Schlägerei hatte. Niemand wunderte sich wirklich darüber, dass der irische Kämpfer in so einer Bar verkehrte, sondern sorgte man sich nur um dessen Wohl. 

Auch andere Stars haben Kontakte

Natürlich muss ein Arthur Abraham darauf achten, wie er sich in der Öffentlichkeit verkauft und er sollte sich seiner Vorbildfunktion bewusst sein. Aber ist der frühere Weltmeister jemals negativ aufgefallen? Nein! Erst durch die aktuellen Pressemeldungen wird der Sportler in ein schlechtes Licht gerückt. Wenn man mit Arthur Abraham anfängt, dann sollte man weltweit mit dem Finger auch auf andere Stars aus dieser Reihe zeigen und nicht nur den Hamburger mit armenischen Wurzeln an den Pranger stellen. 

Scheinheilige Welt

Foto: Kleinerrocky Wikipedia

Ganz ehrlich liebe Öffentlichkeit, was glaubt Ihr eigentlich in welcher Gesellschaft Eure Kinder verkehren, wenn sie am Wochenende die zahlreichen Clubs beispielsweise in Hamburg, Köln, Berlin oder München besuchen? Überall wo der Glamour Zuhause ist, da sind auch die Jungs aus der Unterwelt nicht weit. Wenn westliche Spitzenpolitiker mit zwielichtigen Kollegen anderer Nationen zusammensitzen und sich die Hand reichen, so wie im Fall des ermordeten saudiarabischen Journalisten, dann ist der Aufschrei innerhalb der Bevölkerung klein. Weltweit machen wir Geschäfte mit kriminellen  Volksvertretern, aber verschließen zu gern die Augen davor. Und warum? Weil der Volks-Panzer vor der Haustür, der sogenannten SUV, Benzin benötigt und dieser aber zumeist aus zwielichtigen Ecken dieser Welt kommt. Was für eine Scheinheilige Welt, oder? 

Dagegen sind manche Personen, wie im Fall von Abraham, eher Waisenknaben.

Tamer Doğulu