Abus Magomedov zieht ins Finale der Professional Fighters League ein

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Abus Magomedov mit einer Hand an der Million Dollar

Gestern fanden in Washington DC endlich die Viertel- und Halbfinals der Professional Fighters League (PFL) statt. Am Start war auch Abus Magomedov vom UFD Gym in Düsseldorf. Der Deutsch-Dagestaner ist womöglich der heißeste Kandidat auf das Preisgeld von einer Million US-Dollar. Auf dem Weg ins Viertel- und Halbfinale überzeugte Abus zuvor mit zwei KO-Siegen in jeweils der ersten Runde. Natürlich waren daher alle Blicke auf ihn gerichtet. Doch um es ins Finale zu schaffen, musste der als introvertiert geltende Kämpfer zunächst im Viertelfinale gegen den Dagestaner Gasan Umalatov kämpfen.

Magomedov gibt sofort Gas

Gasan Umalatov (18-5) versuchte schon bei der Waage mit Psychospielchen und angeblichen “Kung Fu Panda“ Techniken den Düsseldorfer Abus Magomedov zu beeindrucken. Doch schon in der ersten Runde zeigte der 27-Jährige UFD Gym Kämpfer eine ansprechende Leistung. Er dominierte seinen Gegner im Stand und ließ keine Takedown-Versuche zu. Wie ein Torero bewegte er sich durch den Cage und ließ seinen Landsmann ein ums andere Mal ins Leere laufen und bearbeitete ihn mit saftigen Kicks. Schließlich gelang es Magomedov sich den ersten Takedown des Kampfes zu holen. Am Boden bearbeitete er Umalatov, sodass ihm die Runde nicht mehr zu nehmen war. Als der Referee die Kontrahenten in den letzten zehn Sekunden noch einmal aufstehen ließ, versuchte Umalatov vergeblich mit wilden Schlägen die Runde noch zu drehen.

“Abus‘ ist im Käfig mit einem Raubtier zu vergleichen. Er ist intelligent, bewegt sich schnell und jederzeit brandgefährlich.“

Momo Sa

In der zweiten Runde des Kampfes macht der Deutsch-Dagestaner nur noch das Nötigste. Denn laut Regelwerk ist die erste Runde die wichtigere. Da Magomedov diese klar gewann, stand Umalatov mit dem Rücken zur Wand und musste etwas bringen. Zwar drückte er, konnte allerdings zu keiner Zeit Abus auch nur im Ansatz gefährden. Ein Punktrichter sah deshalb folgerichtig den Düsseldorfer Ausnahmekönner in beiden Runden vorne, die anderen beiden sahen ein Unentschieden, wobei Abus bei allen drei Punktrichtern die erste wichtigere Runde gewann. Somit war der Einzug ins Halbfinale perfekt.

Das Halbfinale gegen den Schweden Sadibou Sy

Im Halbfinale musste Magomedov nun gegen Sadibou Sy (7-3) ran. Der Schwede ist ähnlich wie der Deutsch-Dagestaner fürs Mittelgewicht ungewöhnlich großgewachsen. Beide hatten zwar jeweils einmal an diesem Abend gekämpft, doch Magomedov hatte keine 90 Minuten Zeit zur Regeneration. Sein Kontrahent konnte ca. zweieinhalb Stunden pausieren.

Dann ging es los. Magomedov knallte sofort seine Fäuste in das Gesicht seines Gegners. Sy, der ein guter Striker ist, ließ sich zunächst nicht aus der Ruhe bringen und antwortete mit einem blitzschnellen Headkick, der an der Nase landete. Magomedov, der in seiner Karriere noch nie ausgeknockt werden konnte, zeigte auch im Halbfinale, dass er starke Nehmerqualitäten besitzt. Unbeeindruckt marschierte der Deutsch-Dagestaner nach vorne und suchte wie eine ferngesteuerte Rakete sein Ziel. Mit einem spektakulären gesprungenen Headkick, der vermutlich viele andere Gegner niedergestreckt hätte, rüttelte er den harten Schweden durch. Doch Sy blieb stehen. Der Schwede bewegte sich weiterhin gut und konnte oft vor den harten Angriffen des Düsseldorfers fliehen. Die deutsche Hoffnung auf die eine Millionen Dollar Preisgeld drückte, doch der Schwede blieb mit harten und unglaublich schnellen Kicks gefährlich.

In der zweiten Runde des Kampfes erwischte der Schwede den besseren Start. Er konnte mit Kicks zur Leber und zum Kopf einige Male Abus von sich fernhalten und punkten. Wieder einmal bewies Magomedov seine Kampfintelligenz, indem er sofort umschaltete und seinen Gegner durch einen Takedown zu Boden brachte, wo er ihn bis zum Rundenende mit harten Schlägen bearbeiten und die Runde drehen konnte.

Abus beweist Willenskraft

Beide Kämpfer waren in der dritten Runde erschöpft, doch Magomedov wollte nichts mehr anbrennen lassen und sicherte sich schnell den Takedown, um aus der Oberlage (Top-Position) mit Fäusten zu punkten. Den Versuch eines Rear-Naked-Choke (RNC) konnte er leider nicht durchziehen. Doch plötzlich wurde es noch einmal gefährlich für ihn. Eine Unachtsamkeit verschaffte seinem Kontrahenten die Möglichkeit sich zu lösen und Abus Rücken zu holen. Eine sehr gefährliche Position. Nun sollte sich auch zeigen, wer die größere Kraftreserven und den Willen besaß – nämlich Magomedov. Er löste sich und warf Sy wie eine Puppe durch den Käfig. Für die Punktrichter war die Sache damit klar: Sieger einstimmig nach Punkten: Abus Magomedov.

Magomedov steht im Finale

Damit seht der Düsseldorfer am 31. Dezember 2018 in New York verdient im Finale der Professional Fighters League. Am Silvestertag trifft er auf den ehemaligen Bellator Kämpfer Louis Taylor.

Abus sagte nach dem Kampf ganz bescheiden :

Deutschland steht im Finale. In erster Linie geht es um den PFL Gürtel und das ist vermutlich eine der größten Leistung eines Athleten aus Deutschland im MMA. Und in zweiter Linie geht es erst ums Geld.“

Recht hat er. 

Text: Momo Sa